26.08.2012CDU löscht unangenehme Teile ihrer Festplatte

Benjamin Zabel

Eine „Causa Blechschmidt“ hat es bei den Christdemokraten offensichtlich nie gegeben

Plauen. Wie am Wochenende bekannt wurde, hat der Stadtvorstand der CDU Plauen den umstrittenen Straßberger Ortschaftsratsvorsitzenden Dieter Blechschmidt erneut für die im September stattfindende Wahl des CDU-Kreisvorstandes nominiert. Blechschmidt kandidiert damit wiederholt als stellvertretender Kreisvorsitzender.

Der Plauener SPD-Vorsitzende Benjamin Zabel erklärt dazu:

„Offensichtlich heißt Vergangenheitsbewältigung bei den Plauener Christdemokraten schnelles Löschen der Festplatte. Denn eine inhaltliche Auseinandersetzung mit den Äußerungen von Dieter Blechschmidt gegen Homosexuelle im April diesen Jahres hat es nicht gegeben. Alle Erklärungen der CDU sind auf den jeweiligen Internetseiten gelöscht worden. Die erneute Nominierung für das zweithöchste Parteiamt der CDU im Vogtlandkreis deute ich als Zustimmung zu den Fehltritten des Dieter Blechschmidts. Die CDU braucht Blechschmidt, damit jemand auch mal das sagt, was eigentlich nicht gesagt werden darf. Er soll am rechten Rand fischen, das konservative Familienbild, dem gleichgeschlechtlichen Lebenspartnerschaften fremd sind, verherrlichen und die Monstranz des linken Extremismus als Gegenstück zum Rechtsextremismus proklamieren. Schon kurz nach seinen schwulenfeindlichen Äußerungen im April sagte Blechschmidt zu seinem Motiv, dass er damit glaubt, bei den kommenden Wahlen viele Stimmen für die CDU zu holen. Das offenbart worum es geht: Populismus und Wahlkampf auf Kosten anders lebender und andersdenkender Menschen. Da können sich Sören Voigt als Kreisvorsitzender oder Michael Kretzschmar als Generalsekretär noch so oft von dieser Person distanzieren, am Ende dient es der CDU strategisch und wird von ihnen toleriert. Die Entscheidung des Plauener CDU-Stadtvorstandes war nicht einstimmig und das gibt Grund zur Hoffnung, dass auf dem Kreisparteitag im September die Personalie nicht einfach abgenickt wird, sondern dass die Mitglieder und Delegierten von ihrem Recht auf eine Personaldebatte Gebrauch machen und im besten Fall eine Gegenkandidatur zustande kommt. Man kann es der politischen Kultur in unserem Vogtland nur wünschen.“




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