06.05.2014Wählen Sie eine Mogelpackung?

Benjamin Zabel

Tritt Ralf Oberdorfer nun parteilos oder als FDP-Kandidat an?

Plauen – In den vergangenen Tagen hat der Kreisvorsitzende der FDP Vogtland, Martin Treeck einen Spendenbrief an viele Unternehmer der Stadt Plauen geschickt und um Spenden für „Ralf Oberdorfer, der Mitglied der Liberalen ist“ geworben. In dem Schreiben schreibt Treeck, dass Oberdorfer „das Wohl unserer Stadt parteiübergreifend im Auge hat“ und „als Oberbürgermeister für alle Plauener Bürger antritt“.

Dazu erklärt der Plauener SPD-Vorsitzende Benjamin Zabel:

„Ralf Oberdorfer muss den Plauenerinnen und Plauener endlich mal erklären, ob er nun eine Mogelpackung ist, auf der parteiloser Bewerber drauf steht, aber FDP-Kandidat drin ist. Anders als bei den vergangenen beiden Oberbürgermeisterwahlen tritt Oberdorfer in diesem Jahr auch als FDP-Kandidat für den Kreistag an. Damit verlässt er seinen parteiübergreifenden Stil, mit dem er bisher zweimal die Mehrheit der Plauener Wähler gewonnen hat. Er tritt damit für eine Partei an, die durch Steuersenkungen, die Erhöhung der Ortschaftsratsmittel oder die Einführung einer Brötchentaste den städtischen Haushalt weiter belasten will. Im Rahmen der notwendigen Haushaltssanierungen in Stadt und Kreis ist das äußerst widersprüchlich. Irritierend ist auch, dass Treeck für Oberdorfer als parteiübergreifenden Kandidaten wirbt, denn gleichzeitig wollen vier von fünf Stadtratsfraktionen Oberdorfer ablösen. Es ist Oberdorfer eben nicht gelungen, den Parteien im Stadtrat Visionen und Ziele für die nächsten sieben Jahre aufzuzeigen. Für uns Sozialdemokraten ist die Glaubwürdigkeit eines Kandidaten zentral, eine Mogelpackung Oberdorfer kann die anstehenden Herausforderungen sicherlich nicht mit den Bürgerinnen und Bürgern und den Stadtratsfraktionen gemeinsam lösen.“

Anders als 2008 unterstützt die SPD Oberdorfer bei der diesjährigen Wahl am 15. Juni nicht, sondern setzt auf Uwe Täschner, den bisherigen Kultur-, Schul- und Sportbürgermeister der Stadt Plauen. Täschner tritt als parteiloser Einzelbewerber an, wird allerdings von SPD, Bündnis 90/Die Grünen und der Partei Die Linke unterstützt.




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