19.09.2014Pollerregelung am Altmarkt: Mieter müssen einbezogen werden!

Benjamin Zabel

Vorgesehene Maßnahmen von Bürgermeister Sárközy stoßen bei SPD/Grüne auf Ablehnung

Plauen – Mit einem umfassenden Vorstoß plant Baubürgermeister Sárközy Veränderungen in der Verkehrssituation am Altmarkt. So soll der Probezeitraum für die Absenkung des Pollers bis Juli 2016 verlängert werden, weitere verkehrsrechtliche Veränderungen vorgenommen werden und es soll eine umfangreiche Auswertung durchgeführt werden. Im Stadtbau- und Umweltausschuss am 8. September 2014 stießen Teile der Vorschläge fraktionsübergreifend auf Ablehnung und Kritik. Die SPD/Grüne-Fraktion hat nun mit einer Schnellanfrage und einem Antrag reagiert.

Hierzu erklärt Benjamin Zabel, Vorsitzender der SPD/Grüne-Fraktion im Plauener Stadtrat:

„Wir halten die geplante Verlängerung des Probezeitraums zum Pollerbetrieb am Altmarkt bis zum 1. Juli 2016 für richtig. Eine verstärkte Dokumentation und abschließende Auswertung sollte dabei als Grundlage für die Entscheidung des Stadtrates zum Ende des Probezeitraums dienen.

Die weiteren geplanten Maßnahmen lehnt unsere Fraktion allerdings entschieden ab. Zum einen halten wir die geplanten Investitionen in Höhe von 33.000 Euro in Schilder, Straßenmarkierungen und neue Poller für unverhältnismäßig. Zum anderen befürchten wir insbesondere bei der geplanten Tempo-20-Zone viele Gefahren. Es entsteht mehr Unübersichtlichkeit an den Kreuzungen durch eine weitere Beschilderung und unterschiedliche Tempo-Zonen in der verkehrsberuhigten Zone. Die Gefahr, dass Fahrer Schilder übersehen oder ihre Geschwindigkeit nach dem Verlassen der Tempo-20-Zone nicht wieder an die Schrittgeschwindigkeit anpassen, halten wir für sehr groß. Die Anhebung der Geschwindigkeit in einem Teilbereich erhöht aus unserer Sicht die Attraktivität der Route und führt zu einer weiteren Zunahme des Durchgangsverkehrs.

In diesem Zusammenhang ist dringend zu überprüfen, in welcher Form die Maßnahmen dazu führen können, dass die Stadt zur Rückzahlung von Fördermitteln aufgefordert wird. Der Altmarkt wurde mit viel Geld zu einer verkehrsberuhigten Zone umgebaut. Dazu haben wir eine Schnellanfrage an den Sitzungsdienst überreicht.

Das von Bürgermeister Sárközy geplante Monitoring ist zwar sinnvoll, jedoch ist eine explizite Befragung der Anwohner und insbesondere der Mieter bisher nicht vorgesehen. Dies halten wir für sehr wichtig, weil in den vergangenen Jahren am Altmarkt viel neuer Wohnraum entstanden ist, die Investoren und Mieter sollten hier gehört werden. Wir möchten eine Mieterbefragung und eine Stadtteilkonferenz in die Dokumentation des Probebetriebs aufnehmen, da diese alle Beteiligten bzw. Betroffenen einbezieht und gemeinsam Meinungen, Ideen und Vorschläge erarbeitet werden können, welche am Ende neue Anregungen für die Entscheidungen zum Ende des Probezeitraums im Stadtrat darstellen können.“




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